Pragmatismus statt Kinkerlitzchen

Kolumne

Heute ging mein Griff ins Leere – keine Maske dabei! Eigentlich wollte ich beim Beck ja nur ein Eingeklemmtes zum Zmittag kaufen. Aber ohne Maske? Und um Masken zu kaufen, bräuchte ich ja auch eine… Dann halt kein Zmittag heute.

Mit oder ohne Maske

Es soll ja Leute geben, die fahren in den Aargau, weil sie dort ihre Einkäufe (noch) ohne Maskenpflicht erledigen können. Käme mir nicht in den Sinn. Richtige Zürcherinnen und Zürcher kaufen vor Ort, unterstützen die lokalen Anbieterinnen und Anbieter. Das sind die, welche während des Lockdowns ihr Möglichstes getan haben, um uns alle mit dem Notwendigen zu versorgen. Das sind auch die, welche trotz Corona-bedingten Einschränkungen und Einbussen Arbeitsplätze erhalten wollen. Da lob ich mir etwas Gelassenheit im Umgang mit dem Nasenmundschutz: Corona und er werden uns noch eine Weile begleiten, so sieht’s aus.

Pragmatismus hilft

Freude macht da uns allen das milde, sonnige Herbstwetter, besonders aber den Gartenbeize(r)n. Sie haben endlich wieder mal gut zu tun dank genügend Abstand und frischer Brise. Bodenmarkierungen spielen für einmal eine Nebenrolle, Pragmatismus ist das Gebot der Stunde. Diesen gilt es auch in die Wintermonate hinüberzuretten – und zwar nicht nur in der Gastronomie. Wie wär’s mit Iglus vor den Restaurants, Wienachtsdörfli in der ganzen Stadt, kuschelige Ecken für den Flirt im Freien? Zugegeben, allzu lange wird man’s dann doch nicht aushalten in der Kälte, dafür gibt’s keine Lärmklagen, weil eh alle Fenster zu sind.

Gebot der Stunde

Für die Stadt wäre es – heute mehr denn je – endlich an der Zeit, Aufträge an die Privatwirtschaft zurückzugeben und keine Experimente mehr zu machen. Umgebungsarbeiten, Energieberatungen, Urnenkränze, Gebäudeanalysen… «Wir übernehmen alles!» – im Kleinen wie im Grossen. Und das fehlt dann der Wirtschaft, den KMU. Gerade heute. Das leidige Zuschanzen von Aufträgen innerhalb der Stadtverwaltung muss ein Ende haben. Konzentration auf das Kerngeschäft – so schwer kann das doch nicht sein, oder?!

Nicole Barandun-Gross

Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich

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