Gleich und gleicher

Kolumne

Wer liefert? Wer repariert?

Wer wartet Anlagen, pflegt Menschen, bewirtet Gäste, erbringt Dienstleistungen, wenn Gewerbefahrzeuge nicht mehr zufahren, parkieren und entladen können? Die Antwort können Sie sich selber geben, geschätzte Leserinnen und Leser. Und ja, genau dahin steuern wir.

Ja vom Volk, aber…

Vor einem Jahr sagte das Volk Ja zur neuen Parkkartenverordnung. Auf Druck des Stadtrats wurde die erweiterte Gewerbeparkkarte in das Gesamtpaket integriert – statt sie separat vors Volk zu bringen. Die Vorlage versprach ausdrücklich Verbesserungen fürs Gewerbe. Nur deshalb unterstützte der GVZ das Paket.

Dann kamen Rekurse – nur gegen die Gewerbeparkkarte, das teure Bieler Modell für Private soll umgesetzt werden. Der Bezirksrat kippte die vorgesehenen Ausnahmen für Liefer-, Handwerks- und Servicebetriebe beim kurzfristigen Parkieren auf Trottoirs und in Parkverbotsbereichen. Begründung: Verstoss gegen Bundesrecht. Oha, das muss den Verantwortlichen der Stadt bei der Vorbereitung der Vorlage wohl entgangen sein. Noch ist der Entscheid nicht rechtskräftig. Bereits klar ist: Auf der Strecke bleibt nicht nur das Gewerbe – sondern auch die Versorgung der Bevölkerung.

Zürich braucht das Gewerbe – das Gewerbe braucht Fairness

Das Gewerbe verlangt faire, stabile und funktionierende Rahmenbedingungen, um seine Arbeit im dicht besiedelten Zürich erledigen zu können. Jetzt ist die Stadt am Zug: Verhandeln, Lösungen suchen, nötigenfalls Rechtsmittel ergreifen. Nicht nur fürs Gewerbe. Auch für Pflegefachpersonen und alle anderen Berufsleute, die auf eine direkte Zufahrt angewiesen sind, um für alle da zu sein.

Apropos «für alle»

Wer den öffentlichen Raum, z.B. den Lindenhof, nutzen will, muss sich an strenge Auflagen halten. Nicht so die links-autonome Szene. Die besetzte Ende August den geschichtsträchtigen Ort. Ihr gleich verschanzte sich Stadträtin Rykart hinter Verhältnismässigkeit und liess sie gewähren. Gleichzeitig erleben die Gewerbetreibenden täglich, wie viele Bewilligungen, Auflagen und Vorschriften für die Nutzung des öffentlichen Raums einzuhalten sind. Wer sich an die Regeln hält, darf nicht der Dumme sein!

Christian Huser, Präsident Gewerbeverband der Stadt Zürich